Reisetipp Mallorca
Sie wird für das 17. Bundesland Deutschlands gehalten: Mallorca, die größte Insel der Balearen-Gruppe vor der spanischen Ostküste. Sie ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Und auch wenn das Image durch den Ballermann angekratzt scheint, so hat Mallorca doch einiges mehr zu bieten als das: Denn diese Insel ist wunderschön! Nicht umsonst hat es immer wieder Aussteiger hierher gelockt.
Sehenswürdigkeiten
Der Reichtum Mallorcas setzt sich architektonisch und künstlerisch gesehen aus den unzähligen Kirchen, Rathäusern, Museen, Galerien und Klöstern der Insel zusammen. Landschaftlich betrachtet sind die riesigen Gebirgszüge des Westens, das abwechslungsreiche Landesinnere und natürlich die vielen Sandstrände einfach umwerfend schön. Um diese versteckten Einode entdecken zu können, muss man mobil sein. Taxifahrten sind dafür nicht zu empfehlen, auch wenn es die schnellste Lösung wäre. Außerhalb Palmas wird es mit dem Taxi richtig teuer! Busfahren dagegen ist die billige Alternative. Da die Linien aber nur an der Südküste sehr gut ausgebaut sind, ist das Hinterland mit Bussen nur in Verbindung mit strengen Fahrplänen erreichbar. Die beste Lösung: Mietet Euch einen Roller oder gleich einen Wagen. Dafür sollte der Fahrer mindestens 21 Jahre alt sein! Das geht relativ einfach, ist preiswert und verschafft Euch erst so richtig das nötige Inselgefühl.
Palma de Mallorca
Die Hauptstadt der Insel präsentiert sich mit ihrer historischen Altstadt als wahres Schmuckstück. Die engen autofreien Straßen und verwinkelten Gassen zeigen spanisch-katalanische und arabische Einflüsse. An ihnen lässt sich die Geschichte der Stadt und der ganzen Insel ablesen. Nicht zu übersehen ist die gotische Kathedrale La Seu. Sie steht am südlichen Rand von Palma, so dass sich von der Stadtmauer aus ein bombastischer Blick darauf genießen lässt. Die mittelalterliche Festungsanlage des Castell de Bellver mit ihrer eigenwilligen Rundbau-Architektur steht dem in nichts nach. Der Palacio Real neben der Kathedrale dient dem König von Spanien als Residenz bei seinen Inselbesuchen. Am gotischen Prachtbau der Lonja, der ehemaligen Seehandelsbörse, kann man die Bedeutung Palmas als eine der reichsten Seehandelsstätten des Mittelmeeres ablesen. Auch andere Prunkbauten verraten das, wie zum Beispiel das Gran Hotel oder die Patrizierhäuser Can Vivot, Can Oleza oder Casal Solleric, ganz zu schweigen von Palmas modernem Hafen mit seinen massig vielen Yachten, die den Preis mehrerer Einfamilienhäser haben!
Valdemossa
Das berühmteste Dorf Mallorcas befindet sich im Herzen der Serra Tramuntana. Berühmt wurde es, weil hier der Komponist Frederic Chopin und die Schriftstellerin George Sand den Winter 1838/39 verbrachten. Seine Freundin schrieb darüber den Bestseller "Ein Winter auf Mallorca". Schon damals muss der kleine Ort durch seine Ursprünglichkeit verzaubert haben. Das machen die aus dem 16. Jahrjundert original erhaltenen Häuser, die engen Gassen und das Kloster aus.
Serra de Tramuntana
Das ist ein 15 Kilometer breiter und 90 Kilometer langer Gebirgszug, der sich massig entlang der gesamten Nordwestküste Mallorcas erstreckt. Das Kloster Lluc ist hier das beliebteste Ausflugsziel für Wanderer und Fahrradfahrer.
Der Rote Blitz
Vom Bahnhof in Palma am Placa des Espanya fährt diese historische Eisenbahn von 1912 bis nach Sóller, 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Hier kann man in gediegener Geschwindigkeit die subtropische Landschaft mit ihren berühmten Windmühlen und Fincas sowie die Berge genießen. Etwa vier Kilometer außerhalb von Sóller liegt der Hafen Port de Sóller. Dorthin fährt, ebenfalls historisch, eine Straßenbahn fast bis ans Meer.
Port d’ Alcúdia
Das Tourismuszentrum an der Ostküste ist zwar eher was für Familienurlaub, hat aber trotzdem das größte Nachtleben auf dieser Inselseite. Hier gibt es Hotelriesen, Imbissbuden, Bars, Diskos, Restaurants, Cafés und Supermärkte – eben alles was so eine Touristenhochburg braucht. Dazu gibt’s einen der längsten und schönsten Strände Mallorcas. Hat man allerdings von dem Trubel mal die Nase voll, liegt nicht weit entfernt der schön ursprünglich gebliebene Ort Alcúdia. Oder man besucht Pollentía. Dort gibt es römische Ruinen (Mallorca war einst römische Provinz). Oder ganz was anderes: Der Naturpark S’Albufera ist auch nicht weit.
Coves del Drac
Die Drachenhöhle liegt auch im Osten Mallorcas, in der Nähe von Portocristo. Abgesehen von den vielen anderen Tropfsteinhöhlen auf der Insel, hat diese hier den größten unterirdischen See Europas und der ist echt beeindruckend! Als kleine Showeinlage spielt eine Kapelle auf dem See klassische Musik. Der Eintritt kostet um die acht Euro.
Cap de Formentor
Das ist das Nordkap Mallorcas. Die Fahrt dorthin ist zwar lang, lohnt sich aber auf jeden Fall. Man fährt erstmal ziemlich enge und steile Serpentinen hinauf. Dann trifft man oben auf einen Leuchtturm, wo die Straße zu Ende ist: Also aussteigen und das weite Meer genießen!
Einkaufen
Palma de Mallorca
In der Altstadt von Palma gibt es reihenweise kleine Läden mit den verschiedensten Angeboten. Dort kann man richtig schön entspannt shoppen. Etwas außerhalb, in der Nähe des Placa de Espana gibt es große Shoppingmeilen mit edlen Designerboutiquen und den üblichen, bekannten Läden: Mango und Zara. In diesen findet man aber Teile, die es in deutschen Läden nicht zu haben gibt – das ist der Vorteil einer einheimischen Modemarke! Auch in der Nähe des Placa de Espana befindet sich die große Markthalle Mercat de l’ Olivat. Dort gibt es frischen Fisch, Obst, Gemüse, Fleisch und Käse besonders günstig. In den kleinen Bars in der Halle kann man für wenig Geld sehr gute Tapas essen! Leider ist die Markthalle täglich nur vormittags geöffnet, am Sonntag ist sie geschlossen.
Wochenmärkte
Mallorca ist bekannt für seine Märkte. In jeder Stadt und in jedem Dorf findet man sie. Das Angebot ist groß und die Preise sind klein. Der Markt in Sineu im Zentrum der Insel soll der beste sein. Es werden typisch mallorquinische Waren angeboten: Wein, Obst und Gemüse, Oliven, aber auch Kleidung, Keramik und Souvenirs.
Inca
Die drittgrößte Stadt Mallorcas im Innern der Insel ist für seine Lederindustrie bekannt. Von dort kommen die schicken Schuhe der Marke „Camper“.
Freizeitmöglichkeiten
Auf Mallorca kann einem einfach nicht langweilig werden. Allein schon die vielen verschiedenen Sportangebote! Wassersport wird natürlich ganz groß geschrieben: Man kann Wasserski fahren, tauchen, segeln, Kanu fahren, surfen etc. An Land ist Wandern oder Radfahren, besonders in der Serra de Tramuntana, sehr beliebt – vor allem im Winter, denn der ist auf Mallorca schön mild. Ansonsten gibt es natürlich Angebote für Fußball, Basketball, Handball und ähnliches, aber auch zum Beispiel für Inline Skating (geht besonders gut auf den kilometerlangen Strandpromenaden), Tennis oder Golf. Man kann seine Freizeit auch weniger sportlich gestalten: Es werden Fahrten in Glasbodenfähren angeboten. Damit kann man die Unterwasserwelt des Mittelmeeres erkunden. Oder man fährt mit dem U-Boot zu den Drachenhöhlen. Außerdem werden Ausflüge auf die vorgelagerten Inseln Mallorcas, die Seeräuberinsel Sa Dragonera (Dracheninsel) oder Cabrera (Ziegeninsel) mit Naturreservat, angeboten.
Nachtleben
Palma de Mallorca
Die Vergnügungsviertel in den Gassen rund um die Lonja sind sehr beliebt. Außerdem ist der Paseo Maritimo eine Promenade zum Sehen und Gesehen werden.
Platja de Palma
Das heißt auf Deutsch: Ballermann. Wenn nicht sowieso schon in allen Ecken der Insel, dann wird zumindest hier garantiert nur Deutsch gesprochen. Der Strand ist ganze fünf Kilometer lang und reicht von Ca’n Pastilla bis zum Yachthafen von S’ Arenal. An der Promenade gibt es Kneipen, Hotels, Restaurants, kleine Supermärkte, Läden usw. – nicht sehr abwechslungsreich. Deshalb wurde der Strand zur besseren Orientierung in 15 Abschnitte geteilt, Balenarios genannt. Im Abschnitt 6 liegen die „berühmten“ Schinkenstraße und Bierstraße – hier sind auch die Nachtclubs zu finden: Die tragen so schöne Namen wie „Bierkönig“, „Oberbayern“ oder „Mega-Park“. Der vorherrschende Musikstil ist Schlager. Die größte Disko ist das „Riu“.
Magaluf
Das ist das britische Pendant zum Ballermann. Also sagt man hier zu den Kneipen „Pubs“ und zu den Diskos „Nightclubs“. Das Publikum ist jünger und die Clubs spielen modernere Musik. Dafür ist es etwas teuerer als am Ballermann.
